Klingt unhandlich und verkopft, ist bei der Entwicklung einer Website aber ganz entscheidend, denn erst wenn eine Website Cross-Browser-kompatibel ist, sind Bedienbarkeit und Performance auf allen Geräten sichergestellt. Die Vielfalt der unterschiedlichen Endgeräte und Betriebssysteme ist aktuell extrem hoch und die Geräte unterscheiden sich in vielen verschiedenen Faktoren voneinander, z. B. in Bezug auf:

  • Display-Größe
  • Display-Format
  • Pixelgröße
  • Pixeldichte
  • Betriebssystem
  • Browser
  • Prozessorleistung
  • Multi-Touch-Gesten

Multi-Device- und Cross-Browser-Testing

Auch wenn viele dieser Faktoren simuliert werden können, gibt es eine Reihe an Faktoren, die sich nicht simulieren lassen und den subjektiven Test an echten Geräten unter realen Bedingungen erfordern, um Unterschiede in Auflösung, Bedienverhalten und Besonderheiten von Browser/Betriebssystemkombinationen erkennen zu können und Schwachstellen und Fehler in der Darstellung oder Usability erkennen zu können.

Standardisierte Web-Technologien

Erschwerend kommt hinzu, dass es zwar grundsätzlich eine Standardisierung der Web-Technologien gibt, diese Standards werden von einigen Geräte- und Browserherstellern allerdings ignoriert.

Das hat zur Folge, dass sich eine Website auf unterschiedlichen Geräten unterschiedlich verhält — und wir sprechen nicht von Responsivität, die bewusst eingesetzt wird, sondern von Darstellungsfehlern, die entstehen, wenn ein Browser bestimmte Funktionalitäten nicht unterstützt.

Um diese Darstellungsfehler zu vermeiden, gibt es grundsätzlich zwei Lösungsansätze: Den grundsätzlichen Verzicht auf moderne Web-Technologien oder den Einsatz von Progressive Enhancement und Mobile First.

Wie funktioniert Progressive Enhancement?

Progressive Enhancement ist eine Strategie zur Website-Entwicklung, bei der die Verfügbarkeit der Website-Inhalte unabhängig von Browsertechnologie, Internetverbindung oder Art des Endgeräts im Vordergrund steht. Bei der Entwicklung wird also ein technischer Minimalkonsens geschaffen, der auf der Fortschrittlichkeit der Endgeräte basiert, mit denen die Website aufgerufen werden soll.

Über die Abfrage vorhandener Browser-Funktionen wird der Minimalkonsens erweitert, wenn der verwendete Browser das benötigte Feature unterstützt. So ist sichergestellt, dass der Inhalt grundsätzlich immer, auch in stark veralteten Browsern funktioniert.

Wie funktioniert Mobile First?

Mobile First ist eine weitere Strategie zur Website-Entwicklung. Bei Mobile First entsteht die für Mobilgeräte optimierte Version zuerst und wird sukzessive für Endgeräte mit größeren Displays erweitert. Websites zuerst für Mobilgeräte ist in jedem Fall sinnvoll, denn immer mehr Nutzer surfen mit Smartphones oder Tablets.

Mobile First + Progressive Enhancement = 💯

Die beiden Ansätze Mobile First und Progressive Enhancement harmonieren wunderbar miteinander und ergänzen sich. Die Vorteile liegen auf der Hand:

  • Website-Inhalte sind geräte- und technologieübergreifend verfügbar
  • Vermeidung von Darstellungsfehlern
  • Verbesserung von Usability und User Experience
  • Zukunftssicher und erweiterbar
  • Positive SEO-Signale: Höhere Verweildauer, geringere Absprungrate
  • Höhere Konversionen

Durch Web-Analytics die Browser der Website-User ermitteln

Auch wenn wir die Ansicht vertreten, dass die Einhaltung dieser beiden Ansätze in der modernen Website-Entwicklung zum guten Ton gehört, müssen Aufwand und Nutzen natürlich in Relation stehen. Klar ist auch, dass eine moderne Website mit modernerste Technologie an einem veralteten Gerät in einem über 15 Jahre alten Browser nicht 1:1 so funktionieren kann, wie in einem aktuellen Browser.

Durch Analytics-Lösungen lässt sich exakt bestimmen, mit welchen Geräten und Browsern eine Website aufgerufen wird. So können zuverlässige Aussagen darüber getroffen werden, welche Browser in jedem Fall unterstützt werden müssen.

Diagramm zur Browsernutzung in Deutschland von Juni 2018 bis Juni 2019
Diagramm zur Browsernutzung in Deutschland von Juni 2018 bis Juni 2019

Gezielte Optimierung für bestimmte Browserversionen

Besonders problematisch ist die Unterstützung moderner Web-Technologien in Versionen des Internet Explorers (heißt in neuen Versionen Edge), besonders in IE-Versionen, die älter als 5 Jahre sind. Zwar liegt die Verbreitung von IE und Edge zusammengerechnet weltweit nur noch bei knapp 10%, in Deutschland werden die Browser jedoch noch bei 15% der User verwendet. Insbesondere in großen Unternehmen und Konzernen, in denen es Vorgaben zur Browsernutzung gibt und Updates eher selten durchgeführt werden.

Auch wenn proaktiv auf Browserkompatibilität geachtet wird, wird eine Website in unterschiedlichen Browsern nie zu 100% gleich aussehen. Vielmehr zielt eine Optimierung darauf ab, grobe Darstellungsfehler zu vermeiden und kleine Unterschiede, die das Gesamtbild nicht stören, in Kauf zu nehmen.

Die Nachrüstung von Mobile First oder Progressive Enhancement ist schwierig, in den meisten Fällen lohnt sich eher ein kompletter Relaunch, bei dem von Anfang an auf Cross-Browser-Kompatibilität geachtet wird, als eine Nachrüstung.

Ihr wollt wissen, wie Eure Website in älteren Browsern dargestellt wird? Oder mit welchen Geräten und Browsern Eure Website besucht wird? Wir testen das gerne für Euch und freuen uns auf Eure Anfrage!

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