Lukas
5 Minuten

Bevor wir jetzt loslegen: Wir arbeiten auch mit klassichen Content-Management-Systemen und setzen in unseren Kundenprojekten auf Kirby oder WordPress, wenn Content-Management gewünscht ist.

Doch in vielen Projekten ist ein klassisches Content-Management-System nicht unbedingt die beste Wahl, sind komplizierte Datenbanken und PHP-Templates doch eher auf dem Stand von vorgestern — der Trend geht stattdessen in eine andere Richtung. Neue Ansätze, die auf Datenbanken und/oder PHP verzichten und stattdessen Frontend und Backend voneinander trennen, werden immer populärer.

In Kundenprojekten unterschiedlicher Größe setzen wir sehr gerne Kirby ein. Im Gegensatz zu TYPO3 oder WordPress verzichtet Kirby auf eine Datenbank und speichert die Inhalte in Textdateien, die in einer Ordnerstruktur liegen. Das reduziert die Anforderungen an den Server schonmal erheblich, denn es gibt keinerlei Anfragen an irgendeine Datenbank. Der Server muss nur noch die Textdateien und die Layoutdateien zusammensetzen.

Static-Site-Generatoren gehen noch einen Schritt weiter und verzichten komplett auf serverseitig ausführbaren Code. Stattdessen werden bei jedem Seitenaufruf fertig generierte html-Dateien ausgegeben - das entspricht der Funktionsweise des Webs vor 20 Jahren. Wir nutzen vorallem Middleman, doch die Funktionsweise der Static-Site-Generatoren ist unabhängig vom System grundsätzlich immer dieselbe. HTML und Assets. Fertig.

Was oldschool klingt und nicht mehr zeitgemäß erscheint, ist in Wahrheit der heiße Shit, denn die Seite wird in einem automatisierten Build-Prozess aus vielen einzelnen Komponenten zusammengestellt. Durch den hohen Grad der Automatisierung lassen sich viele Prozesse, die früher kompliziert waren, nun ganz einfach abbilden. Komprimierung und Optimierung der einzelnen Ressourcen geschieht on the fly. Voll automatisiert und in Sekunden.

Das lohnt sich, denn dadurch entstehen eine ganze Reihe an Vorteilen gegenüber klassischen Systemen:

  • Blitzschnelle Seitenladezeit
  • Maximale Sicherheit
  • Hohe Skalierbarkeit
  • Einfache Wartung
  • Flexibilität für Veränderungen
  • Keine Plattformeinschränkungen
  • Höhere Produktivität
  • Günstiger

Die meisten Punkte liegen auf der Hand: Wenn auf dem Server kein Code ausgeführt wird, geht das schneller und ist robuster, als wenn der Server die angeforderte Seite bei jedem Seitenaufruf neu zusammensetzen muss.

Und das ist großartig, denn die Seitenladezeit ist zentraler Bestandteil der User Experience und entscheidend für den Erfolg eines digitalen Angebots.

Nervige Angelegenheiten, wie PHP- oder Sicherheitsupdates entfallen gänzlich. Auch in der Anpassung oder Erweiterung des bestehenden Systems ist man gänzlich flexibel.

Die Einrichtung, Konfiguration und Bereitstellung ist in der Regel schnell erledigt und funktioniert absolut zuverlässig. Wir legen unsere Projekte an immer in einem Git-Repository ab und bei jeder Aktualisierung des Repositories werden die Änderungen innerhalb weniger Sekunden oder Minuten an den Server übertragen.

Sogar aus einer betriebswirtschaftlichen Perspektive lohnt sich das Ganze: Die Anforderungen an den Server sind nicht so anspruchsvoll, wie bei WordPress & co. Viele Plattformen bieten sogar kostenloses Hosting für statische Dateien an. Und auch Cloud-Hosting ist ganz einfach eingerichtet und bleibt dabei erschwinglich.

Unsere eigene Seite ist bei Amazon Web Services gehostet und wird über ein Content-Delivery-Netzwerk ausgeliefert. Der ganze Spaß kostet uns bei unseren 3-4 Seitenaufrufen im Monat so gut wie nix. Glaubt ihr nicht? Wirklich. Für das Cloud-Hosting zahlen wir pro Monat nur Centbeträge.

Doch nun Butter bei die Fische. Statische Websites sind nix für jeden! Sie sind ideal, wenn Du als Kunde sowieso nie oder nur selten inhaltliche Änderung durchführst. Oder, wenn Du die Änderungen sowieso durch einen Dienstleister durchführen lässt, der weiß, was er da tut. Oder Du Dich selbst gut auskennst. Und das trifft im Alltag auf die meisten Websites zu, wenn Du nicht gerade ein Online-Magazin oder einen Blog betreibst.

Wenn von Anfang an absehbar ist, dass Du selbst regelmäßig viele Änderungen durchführen wirst, ist ein klassisches CMS eher was für Dich. Doch auch in dem Fall legen wir Dir eher Kirby ans Herz, als WordPress.

Und natürlich lässt sich vieles auch auf klassische Systeme übertragen oder auf ähnliche Art und Weise abbilden, zum Beispiel durch Caching etc. Bei WordPress gibts sowieso für alles ein Plugin ;)

Das ist kein WordPress-Bashing, wir setzen WordPress selbst regelmäßig ein, doch es gibt links und rechts neben WordPress noch eine Reihe an anderen Lösungen, die für Deinen spezifischen Anwendungsfall eventuell besser geeignet sein könnten, weil sich Deine Prozesse und Anforderungen damit schneller, günstiger und besser abbilden lassen.

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